Basteln/Kreativ

Weihnachten rund um die Welt

Hi Leute, Ideenxandi hier! Freut ihr euch auch bereits auf das bevorstehende Weihnachtsfest? Ich möchte euch gerne ein paar Länder vorstellen, in denen es zahlreiche Weihnachtstraditionen und -bräuche gibt, die sich etwas zu jenen in Österreich und Deutschland unterscheiden.

England

In England werden die Häuser zur Weihnachtszeit mit frischen Mistelzweigen geschmückt, wobei diese vor allem über Türen aufgehängt werden. Treffen sich zwei Personen zufällig unter dem Mistelzweig, ist es Brauch, dass sie sich küssen müssen. 

Anders als bei uns wird am 24. Dezember alles für das große Fest am nächsten Tag vorbereitet, dazu zählt üblicherweise das Aufhängen der Weihnachtsstrümpfe am Kamin oder Bettende. Am Morgen des 25. Dezember freuen sich die Kinder, wenn sie die mit Geschenken vollgefüllten Strümpfe sehen. Diese werden in der Nacht vom Weihnachtsmann, „Father Christmas“ genannt, und seinen Rentieren gebracht. 

Traditionell wird beim Weihnachtsessen ein gefüllter Truthahn mit zahlreichen Beilagen und als Nachspeise ein Plumpudding serviert. Diese englische Spezialität kann man mit einem Früchtekuchen vergleichen, jedoch beinhaltet er eine große Menge an alkoholischen Zutaten. Daher sollten Kinder eher die Finger davon lassen. Am Tisch mögen es die Engländer etwas verrückt: Alle tragen Pappkronen und Knallbonbons, „Christmas Cracker“ genannt, werden zerrissen. Dabei nehmen je zwei Personen die Knallbonbons an den Enden und ziehen daran. Wer dann den größeren Teil in seinen Händen hält, bekommt das Geschenk, welches sich im Knallbonbon versteckt. 

An den Weihnachtsfeiertagen wünschen sich die Engländer „Merry Christmas“ (Frohe Weihnachten).

Italien

In den italienischen Häusern wird zu Weihnachten traditionell auf prächtige Krippen als auf geschmückte Weihnachtsbäume Wert gelegt. Diese sind meistens handgemacht und daher sehr wertvoll. Der 24. und 25. Dezember ist für viele Italiener ein Tag der Familie. Oft besucht die gesamte Familie die Weihnachtsmesse in der Kirche, danach wird gemeinsam gegessen. Da an diesem Tag jedoch traditionell gefastet wird, gibt es ausschließlich Speisen ohne Fleisch. Erst am 25. Dezember werden verschiedenste Fleischsorten und süße Spezialitäten wie „Pandoro“ oder „Panettone“ aufgetischt. Die Bescherung wird in Teilen des Landes unterschiedlich gefeiert. In manchen Regionen werden die Geschenke am 25. Dezember vom Christkind, italienisch „Bambinello Gesu“, gebracht. Andere Kinder freuen sich wiederum auf die gute Hexe „Befana“, die in der Nacht auf den 6. Jänner durch die Schornsteine saust und für die braven Kinder Geschenke und Süßigkeiten in den Schuhen hinterlässt. Die unartigen Mädchen und Burschen finden jedoch nur ein Stück Kohle in ihren Schuhen. Natürlich freuen sich die meisten Kinder wenn sie an beiden Tagen Geschenke bekommen.

Die Italiener wünschen sich „Buon Natale“ zu Weihnachten.

Frankreich

Am 24. Dezember startet man in Frankreich mit einem ausgiebigen Abendessen in die Weihnachtsfeiertage. Dabei wird oftmals einige Stunden lang gegessen, wobei vor allem Truthahn, Muscheln, Gänseleber oder kandierte Maronen auf den Tisch kommen. In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember kommt der Weihnachtsmann „Père Noël“ zu den Kindern ins Haus. Er hinterlässt jedoch nur für jene Kinder Geschenke, die am Vorabend artig ihre Stiefel vor den Kamin oder unter den Christbaum gestellt haben.

Hier wünscht man sich auf Französisch „Joyeux Noël“.

Niederlande

Bei den Niederländern werden die Geschenke nicht am Heiligen Abend, sondern bereits am 6. Dezember verteilt. Denn an diesem Tag wird das „Sinterklaasfeest“ gefeiert. „Sinterklaas“ (Heiliger Nikolaus) und sein Gehilfe, der „Zwarte Piet“ (Schwarze Peter), erreichen das Land mit Hilfe eines Schiffes und die Ankunft wird von den Menschen gebührend gefeiert. Am Nikolausabend reitet er auf seinem Schimmel durch das Land und verteilt gemeinsam mit seinem Helfer die Geschenke. Damit die Kinder auch die richtigen Geschenke bekommen, schreiben sie am Tag davor einen Wunschzettel und stecken ihn in ihre frisch geputzten Stiefel. Zusätzlich dazu wird daneben ein Eimer mit Wasser und Möhren oder Heu hingestellt, damit sich das Pferd von „Sinterklaas“ nach der langen Reise stärken kann. Am Tag nach dem Nikolausabend, wenn „Sinterklaas“ das Land wieder verlassen hat, schmücken die Niederländer bereits ihren Weihnachtsbaum. Die eigentlichen Weihnachtstage verbringen sie dann sehr besinnlich im Kreise der Familie mit leckerem Essen und oftmals dem Besuch der Christmette.

Der niederländische Weihnachtsgruß lautet „Vrolijk Kerstfeest“!

Russland

Da sich die Russen nach einem anderen Kalender als wir richten, feiern sie Weihnachten am 7. Jänner. Denn der sogenannte julianische Kalender ist unserem gregorianischen Kalender 13 Tage hinten nach, daher wird Weihnachten nicht am 25. Dezember sondern 13 Tage später gefeiert. An Heiligabend endet für viele Menschen in Russland die 40 Tage lange Fastenzeit und man geht zum Gottesdienst in die Kirche. Am 7. Jänner wird dann zusammen mit der Familie ausgiebig gegessen. Geschenke gibt es bereits zu Silvester und an den Tagen davor wird auch der Weihnachtsbaum aufgestellt und geschmückt. In Russland werden die Geschenke nicht vom Christkind oder Weihnachtsmann, sondern von „Väterchen Frost (Ded Moroz)“ gebracht. Dieser kommt mit seinem Schlitten, der von Pferden gezogen wird, und seiner Enkelin „Schneemädchen (Snegurotschka)“ zu den artigen Kindern ins Haus und versteckt die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum. Der kräftige alte Mann trägt traditionell einen blauen Mantel und hat einen langen weißen Bart.

In Russland wünscht man sich „S Rozhdestvom“.

Schweden

Für die Schweden ist Weihnachten eines der wichtigsten Feste im Jahr. Die Weihnachtszeit beginnt wie bei uns in Österreich mit dem ersten Adventsonntag. Am 13. Dezember steigt mit dem Lucia-Fest der erste vorweihnachtliche Höhepunkt. Lucia ist die Lichterkönigin und bereits ab den frühen Morgenstunden finden zahlreiche Lucia-Umzüge in den Städten Schwedens statt. Nach altem Brauch geht bei den Umzügen ein schwedisches Mädchen mit weißem Gewand, rotem Band um die Hüfte und Lichterkranz auf dem Kopf voran. Eine lange Tradition besitzt auch der „Julbock“. Die Rede ist hier von einem Ziegenbock, der aus Stroh hergestellt wird. Hauptsächlich findet man ihn heutzutage als Schmuck auf den Weihnachtsbäumen. Der 24. Dezember ist in Schweden der große Tag. Daher wird bereits am Tag davor der Weihnachtsbaum geschmückt und andere wichtige Vorbereitungen getroffen. Der Festtag beginnt am Morgen mit einem Besuch der Verwandten und am Nachmittag wird gemeinsam Donald Duck im Fern geschaut. Vor der Bescherung findet das Festessen statt, „Julbord“ genannt. Der Tisch ist dabei vollgefüllt mit schwedischen Spezialitäten, wie zum Beispiel dem Weihnachtsschinken „Julskinka“ sowie anderen Fisch- und Fleischspeisen. In Schweden werden die Geschenke von „Jultomte“, dem Weihnachtsmann, gebracht, der sie unter dem Weihnachtsbaum versteckt.

Zu Weihnachten wünschen sich die Schweden „God jul“.

USA

Weihnachten wird in den USA richtig kitschig gefeiert. Jedes Haus ist prächtig dekoriert und mit vielen Lichterketten geschmückt. In der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember bringt „Santa Claus“ die Geschenke. Dabei landet er mit seinem großen Schlitten auf den Dächern der Häuser und klettert den Kamin hinunter. Der Schlitten wird von neun Rentieren gezogen, wobei die Namen allseits bekannt sind: Dasher, Dancer, Prancer, Vixon, Comet, Cupid, Donner, Blitzen und Rudolph, das Rentier mit der roten Nase. Santa Claus füllt dann die Strümpfe, die über dem Kamin hängen, mit Geschenken und Süßigkeiten. Als kleine Stärkung für den langen Rückflug zum Nordpol platzieren die Kinder für „Santa Claus“ oftmals ein Glas Milch und Weihnachtsplätzchen sowie Zuckerstücke für die Rentiere. Am 25. Dezember folgt die Bescherung und das Festessen steht an. Hier gibt es in vielen Häusern den traditionellen Weihnachtstruthahn mit reichlicher Füllung und zahlreichen Beilagen.

In den USA wünscht man sich auf die gleiche Weise wie die Engländer „Merry Christmas“.

Mexiko

In Mexiko beginnen die Weihnachtsfeierlichkeiten bereits am 16. Dezember. An diesem und den darauffolgenden acht Tagen wird die Herbergssuche von Maria und Josef nachgespielt, im Spanischen „Posadas“ genannt. Dabei gehen zwei verkleidete Personen von Haus zu Haus und bitten darum hereingelassen zu werden. Nachdem sie zweimal abgewiesen werden, versuchen sie es noch bei einem dritten Haus und dürfen bei diesem eintreten. Danach wird ausgelassen gefeiert und die Gastgeber tischen leckere Speisen und Getränke auf. Dieser Brauch wird bis Heiligabend von einer anderen Familie durchgeführt. Die Kinder in Mexiko freuen sich bei den „Posadas“ vor allem auf die traditionellen „Piñatas“. Das sind Figuren, die aus Pappmaschee gebaut werden, mit Süßigkeiten gefüllt sind und in der Luft hängen. Die Kinder versuchen bei diesem Spiel die Figuren mit Hilfe eines Stockes zu zerschlagen, wobei ihnen die Augen vorher verbunden wurden. Zerreißt die Figur und die Süßigkeiten regnen auf den Boden, dürfen sich die Kinder darüber stürzen. Ihre Geschenke dürfen die mexikanischen Kinder erst nach der Mitternachtsmesse am 24. Dezember öffnen oder in manchen Regionen sogar erst am 6. Jänner, dem Dreikönigstag.

Der spanische Weihnachtsgruß lautet „Feliz Navidad“.

Australien

Da in Australien zu Weihnachten Hochsommer herrscht, wird am 25. Dezember vor allem auf den Stränden oder in Parks gefeiert. Bei 30 bis 35 Grad grillt man gemeinsam und genießt die Zeit unter freiem Himmel. Als Weihnachtsbaum wird ein Baum aus Kunststoff hergenommen, der die hohen Temperaturen locker aushält. Die Weihnachtsgeschenke werden wie in den USA vom Weihnachtsmann gebracht, jedoch ist man in Australien der Meinung, dass der Schlitten nicht von Rentieren sondern von Kängurus gezogen wird. Meistens werden die Geschenke gleich nach der Bescherung ausprobiert.

Auch hier wünscht man sich auf Englisch „Merry Christmas“.